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März 2012

Die neue Diagnostik - Lingualis (Zungen - Diagnose)

Eine vollkommen neuartige Entdeckung des Verfassers, aus der Zunge viele Krankheiten der Verdauungsorgane zu erkennen.

Von Bernhard Kronenberger

Vorwort.

Die vorliegende Arbeit, welche ich hiermit der breiten Öffentlichkeit und damit der gesamten Menschheit übergebe, hat ihr Fundament nicht in der bisher üblich angewandten Zungen-Diagnose, sondern sie weist uns vollkommen neue und noch niemals begangene Wege in der Diagnostik des menschlichen Körpers. Wohl bringe ich nach der Einleitung im II. Teil eine zusammengefaßte, ausführliche Darstellung der mehr oder weniger bekannten Arten von Zungenzeichen, wie aus dem Belag und etwaigen Verfärbungen auf gewisse Veränderungen im Körper diagnostische Schlüsse gezogen wurden, die jedoch mit meiner neuentdeckten Zungen-Diagnostik in keiner Weise irgend eine Parallele oder Ähnlichkeit aufweisen.

Mit meiner einzig dastehenden und vollkommen neuartigen „Diagnostik lingualis“ betreten wir gleichzeitig ein neues noch unbearbeitetes Gebiet, das uns wichtige Erkenntnisse in den histologisch-anatomisch-physiologischen Zusammenhängen unseres Körpers liefert. Diese Entdeckung vermehrt die Semiologie, die Lehre von den Krankheitszeichen, noch um ein weiteres Kapitel und dürfte deshalb den Lehrern der Semiotik und der speziellen Krankheitslehre, sowohl dieselbe an sich, wie auch die Ausarbeitung der vielen Zungenzeichen bestimmt willkommen sein. Wir erkennen mit ihr, daß jede Störung und jedes Leiden sich irgendwie und oftmals gleichzeitig in verschiedenen Zeichen am Äußeren des Menschen offenbart, und noch zahlreiche ungelöste Rätsel im Geschehen des menschlichen Organismus, wie in der gesamten Natur, der Lösung harren.

Die neue Zungen-Diagnose bietet jedoch keinen Gesamtüberblick über den Körper wie es z. B. bei der Augen-Diagnose der Fall ist, sondern sie beschränkt sich nach meinen inzwischen getätigten Beobachtungen und Feststellungen nur mehr als Teil-Diagnose lediglich auf den Verdauungstraktus und seiner Anhangsorgane. Ohne jede Voreingenommenheit gewinnt man mit ihr einen schnellen und umfassenden Überblick und kann sodann die übrigen Untersuchungsmethoden zur Sicherung der Diagnose in Anwendung bringen.

Störungen des Verdauungsapparates, ob akut, chronisch oder latent, kennzeichnen sich mit gewissen Merkmalen, vielfach ehe sie für den Menschen wahrnehmbar in Erscheinung treten, und beim Krebs dieser Teile meist schon lange Jahre voraus. Es läßt sich hiermit nicht nur der Sitz des Leidens, sondern auch die Art und der Grad desselben, wie etwa eingetretene Besserung und Heilung und evtl. günstige oder ungünstige Prognose mit ziemlicher Sicherheit feststellen.

An einem auserlesenen, umfangreichen Material von vielen Hunderten von Zungenbildern, von denen eine große Anzahl durch röntgenologische Belege gesichert ist, war es mir möglich, einerseits die vielen Arten der Erkrankungen mit ihren hierbei wahrnehmbaren Zeichen, und andererseits der anatomischen Gliederung entsprechend, die topographische Einteilung der Zungenfelder, bezüglich der einzelnen Verdauungsabschnitte, in präziser Klarstellung zu bringen.

Es wird mein Bestreben sein, alle in den nächsten Jahren hinzukommenden Erkenntnisse und eingehende bewährte Ratschläge, bei den späteren Auflagen zu berücksichtigen.

Möge das vorliegende Werkchen dazu beitragen, durch schnelle und frühzeitige Erkennung innerer Leiden, der Menschheit zur Wiedererlangung der Gesundheit zu verhelfen, dann dürfte der Zweck meiner Mühe erreicht sein.

Kahl = a. Main, Mai 1949.  Bernh. Kronenberger

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